11. Juli 2021 Tansania – Kleiner Umweg zur Grenze nach Sambia

11. Juli 2021 Tansania – Kleiner Umweg zur Grenze nach Sambia

Eigentlich sollte es direkt weiter nach Sambia gehen, aber da Heiko schniefte und hustete war uns ein Corona Test bzw. Grenzübergang zu heikel und wir wollten ihn lieber noch etwas hinauszögern 😉 Also ging es über Mbeya und Iringa in den Ruaha Nationalpark. Die Strecke sind wir im Februar schon mal im Regen gefahren und jetzt mit Sonne war sie noch mal schöner. Ein Abschnitt führt durch den Ngwasi und Sao Hill Forest, die sehr an Europa erinnerten und in dem wir im Februar schon einmal übernachtet hatten. Diesmal fanden wir auch den richtigen Weg zum Ngwasi See und schliefen mit Blick auf dem See und schwedische Temperaturen von 7 Grad in der Nacht.

Unterwegs besuchten wir auch noch die Isimila Schlucht.

Der Ruaha Nationalpark ist landschaftlich toll und im Ruaha River müssen tausende von Krokodilen und Hippos leben 😊 Andere Tiere zeigten sich leider nicht so üppig und auch bei unserer Campsite, die direkt am Fluss lag, blieben wir alleine. Erst am nächsten Morgen hörten wir in der Ferne einen Löwen und eine Hyäne.

Dafür hatten wir bei unserem letzten Schlafplatz in Tansania nächtlichen Besuch. Wir übernachteten auf einem Campingplatz, der nur aus einer Wiese mit Plumpsklo direkt an einem Fluss bestand. Der Manager fragte noch, ob wir über Nacht einen Nachtwächter benötigten (was wir ablehnten) bevor er sich auf den Weg nach Hause machte. Um kurz vor 23:00 Uhr erwachten wir von lauten Rufen vor unserem Auto und ich streckte verschlafen den Kopf aus unserem Dachzelt. Vor unserem Auto standen 3 dunkel gekleidete Männer und ein Pick up, auf dem ein weiterer Mann stand!! Sie wünschten uns einen guten Abend und erklärten, dass sie Ranger aus dem benachbarten Nationalpark wären und gerade von ihrer Patrouille zurück sind. Bevor sie morgen sehr früh zur nächsten Patrouille los fahren, würden sie am anderen Ende der Wiese campieren und wir sollen uns nicht wundern. Sie meinten noch, wir wären „sicher“. Komischerweise fühlten wir uns auch schon vorher sicher ☹ Seit über 9 Monaten wandert jeden Abend ein kleines Pfefferspray mit ins Dachzelt und ich frage mich jetzt wirklich, warum ich das tue. In keiner Minute habe ich daran gedacht, dieses zur Hand zu nehmen und wenn ich es mal wirklich benötigen würde, muss ich wahrscheinlich dem Tier oder Mensch sagen „Moment mal, ich muss erst mal mein Pfefferspray suchen“ 🙂

Am nächsten Tag beschlossen wir noch Nachmittag zur Grenze zu fahren und nach Sambia einzureisen, irgendwie hatten wir einen guten Tag und wollten diesen nutzen. Ein Grenzübergang in Afrika ist immer ein kleines Abenteuer für sich und mit Corona kommt noch eine unsichere Komponente hinzu. Eigentlich bevorzugen wir kleine Grenzübergänge, aber der war seit einigen Wochen leider für ausländische Fahrzeuge gesperrt und wir mussten den Übergang von Tunduma nach Nakende nehmen, der einen sehr schlechten Ruf hat. 3-4 Stunden trotz Agent/Fixer sind die Regel. Wir nehmen grundsätzlich keinen Agent und wollen diese nervigen Personen auch nicht unterstützen (sie nehmen teilweise 20 USD pro Person). Also auf in den Kampf… Zum Glück stehen viele Infos in der App IOverlander und am ersten Gebäude auf tansanischer Seite, wo man das Carnet de Passage ausstempeln soll wartete schon Robert, ein Agent auf uns und versicherte uns, dass wir hier auch einen Corona Test machen müssen sonst werden wir zurück geschickt. Wir ignorieren ihn und fahren weiter auf die sambische Seite. Hier steht ein Zelt und nach 10 Minuten hatten wir einen kostenlosen Corona Schnelltest hinter uns, keiner fragte nach einem PCR Test (der in Tansania derzeit 100 USD kostet und über 5 Tage braucht). Alle Beamten waren sehr hilfsbereit und freundlich und begleiten uns teilweise zu den notwendigen Büros. Leider kam mein Visa 30 Minuten lang nicht aus dem Drucker und wir mussten auch noch in die Stadt laufen, um für die Carbon Tax sambische Kwacha zu holen. Trotzdem verließen wir nach 3 Stunden glücklich die Grenze. 2 Stunden sind bei einem Grenzübergang mit eigenem Fahrzeug in Afrika meistens das Minimum und daher waren wir mit dem Verlauf sehr zufrieden 😊 Auf sambischer Seite hörte der Asphalt abrupt auf und wir waren wieder mal in einem anderen afrikanischen Land. Aber auch dieses Land hat Zugang zum Lake Tanganyika, wo die nächsten kitschigen Sonnenuntergänge schon auf uns warteten.

2 Kommentare

  1. Moin Michael,
    in Sambia ist alles entspannt und es gibt kaum Einschränkungen. Zumindest bis zur Wahl im August erwarteten wir hier auch keine großen Veränderungen. Botswana und Namibia können wir nicht einschätzen. In Botswana soll das Reisen im Land derzeit eingeschränkt sein. Wahrscheinlich aber nur über die Feiertage.
    V.G. Svenja und Heiko

  2. Moin ,
    wie sieht es denn derzeit aus in Sambia. Ich wollte im September
    nach Namibia , Botswana und Sambia meint Ihr das ist möglich.
    Derzeit sieht es wohl nicht so aus , ich habe auch nur 3 – 4 Wochen.
    LG
    Michael Brandes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.