07.Februar 2022 Deutschland – Sandfloh steht seit einigen Tagen wieder vor unserer Tür

07.Februar 2022 Deutschland – Sandfloh steht seit einigen Tagen wieder vor unserer Tür

Nun ist auch unser treuer Begleiter wieder in Deutschland angekommen und damit hat sich für uns der Kreis unserer Reise geschlossen 😊

Zuerst dümpelte die Dionysos Leader einige Tage vor Zeebrugge und auch vor Bremerhaven lag das Schiff noch fast 2 Tage auf Reede. Aber am 24.01.2022 vermeldete uns unser Schiffsradar morgens dann doch, dass unser Sandfloh in der Nacht im Hafen eingelaufen ist und einer Abholung am nächsten Tag sollte nichts mehr im Wege stehen.

Wir hatten uns bewusst für Bremerhaven entschieden, damit uns keine Landesgrenze davon abhalten kann, unseren Toyo wieder zu bekommen. Aber vor Ort waren wir dann doch erstaunt wie groß dieser Hafen ist. Wir fuhren ca. 2 Km an diversen Autoterminals vorbei, sahen von weitem eine Aida, das Traumschiff und auch die Dionysos Leader am Kai liegen und kamen dann endlich am Terminal für Schwertransporte an. Leider ist Corona auch hier nicht spurlos vorbei gezogen und es herrschte akuter Mitarbeitermangel und heute schien auch noch besonders viel los zu sein. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass wir ggf. etwas warten müssen, bis uns jemand zu unserem Auto bringt, aber mit diesem Ablauf hatten wir dann doch nicht gerechnet. Vor dem eigentlichen Bürogebäude war ein Container aufgestellt in dem man sich in eine Liste eintragen musste und dann sollte man sich am Ende der Schlange anstellen. Es tat sich 1,5 Stunden überhaupt nichts und wir standen in der Kälte zwischen LKW Fahrern. Viele wollten etwas in den Hafen bringen oder heraus holen. Waren wir hier überhaupt richtig und war unser Sandfloh überhaupt schon abgeladen? Irgendwann zweifelte auch ein Wartender weiter vorne in der Schlange, ob wir nicht doch beim anderen Terminal unser Auto abholen könnten. Also verteidigte Heiko unseren Platz in der Warteschlange und ich fuhr zum anderen Terminal, um dort nachzufragen. Leider waren wir bei den Schwertransportern richtig, aber nun wussten wir wenigstens, dass unser Auto abgeladen war und dort irgendwo auf uns wartete 😊

Eigentlich war die Stimmung zwischen den überwiegend ausländischen LKW Fahrern ganz nett und zeigte uns, dass man auch in Deutschland den Umgang mit Corona teilweise gelassener nahm. Abstand? Maske? Aber es waren nur 5 Grad, teilweise Nieselregen und wir hatten für mehrere Stunden Wartezeit im Freien einfach nicht die richtige Kleidung an. Nach 4,5 Stunden war es dann endlich so weit und wir drangen zum Empfangsschalter im Bürogebäude vor und dann ging alles ganz schnell. Weitere 30 Minuten später saßen wir schon in unserem Fahrzeug und konnten feststellen, dass alles noch da war. Die Schiffsmannschaft hat sogar die Zigaretten, die wir ihnen quasi als Trinkgeld in der Ablage hinterlassen hatten, nicht angerührt. RoRo ist immer ein großes Risiko, aber wir hatten mal wieder Glück!

Am nächsten Tag befreiten wir die Sektflasche, die wir noch als letztes „versteckt“ hatten und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Eltern verschwand unser Dachzelt zusammen mit dem Dachgepäckträger unterm Carport. Es kamen einige Flaschen südafrikanischer Wein und weitere Souvenirs zum Vorschein und unser Keller füllte sich 😉

 

Bevor Sandfloh nun seine wohlverdiente Kur bekommt, konnten wir es jedoch nicht lassen noch einen kurzen Trip an den Nord-Ostsee-Kanal zu unternehmen. Statt gekühltem Weißwein packten wir Glühwein und unsere warmen Daunenschlafsäcke ein und los ging es.

Es war toll und hört sich jetzt vielleicht echt blöd an, aber diese eine Nacht haben wir nochmal gebraucht um uns an unsere tollen 14 Monate zu erinnern und einige Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Unsere Diskussion mit der Agentur für Arbeit liegt mittlerweile beim Rechtsanwalt und wird irgendwann in einem Jahr vorm Sozialgericht entschieden. Wir haben in unseren ersten Wochen in Deutschland auch das Gefühl bekommen, dass man gar nicht mehr sagen darf, wenn man in den Urlaub fährt und heimlich Ski fahren muss. Das ist schon irgendwie merkwürdig und ziemlich gegensätzlich unserer Lebensweise der letzten Monate. Wir waren frei in unseren Entscheidungen und haben Euch an allem teilhaben lassen ohne schlechtes Gewissen. Wir haben aber auch viel positives Feedback erhalten, dass wir mit unserer Berichterstattung und Bildern etwas Abwechslung geschaffen haben und waren überrascht wer unsere Reise alles verfolgt hat. Wir wissen, dass wir extrem viel Glück hatten, diese Reise trotz Corona mit nur wenigen Einschränkungen durchführen zu können. Seit letzter Woche arbeiten wir beide wieder bei unseren alten Arbeitgebern und sehen gespannt in die Zukunft. Den Spruch „Den mutigen gehört die Welt“ haben wir im Zusammenhang mit unserer Reise häufig gehört und bevor ich diesen hier zitieren wollte, habe ich einmal google bemüht und dieses lateinische Sprichwort gefunden: „Fortes fortuna adiuvat“, was so viel heist wie „Den Mutigen hilft das Glück“ und diese Formulierung trifft es viel besser. Uns gehört nicht die Welt, aber mit unserem Mut und einer große Portion Glück durften wir einen Teil der Welt intensiv kennen lernen.

Dies ist nun wirklich unser letzter Beitrag und wir möchten uns bei unseren ganzen  „Followers“ bedanken, dass Ihr mit uns gereist seid. DANKE, DANKE, DANKE !

Ein öffentlicher Vortag ist nicht geplant, aber bei Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung und erzählen gerne in persönlichen Gesprächen von unseren Erlebnissen 😊

Ein Kommentar

  1. Hallo ihr beiden
    wir haben uns letztes Jahr in Durban auf dem Camping getroffen. (die beiden mit dem weissen Landcruiser mit Kabine). Es freut uns, dass alles bestens geklappt hat und ihr wohlbehalten in D angekommen seit. Wir sind jetzt auch auf Heimaturlaub in der CH bis September, dann gehts wieder
    nach Afrika für 6-8 Monate. Wir wünschen Euch gute Zeit und vielleicht sieht man sich einmal wieder irgendwo auf der Welt.
    LG
    Urs und Ursula

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