19. Dezember 2021 Südafrika – Weinproben, die Garden Route und unsere Rückreise

19. Dezember 2021 Südafrika – Weinproben, die Garden Route und unsere Rückreise

Wir sind wieder zu Hause! 😊 Und es fühlt sich noch etwas komisch an, nicht mehr ständig draußen und unterwegs zu sein. Dies wird nun unser Blogbeitrag über den letzten Abschnitt der Reise und es fällt uns erstaunlich schwer diesen zu verfassen. Nicht dass wir die letzten Wochen keine Erlebnisse hatten, aber in Afrika „reifte“ ein Beitrag 2-3 Tage in meinem Kopf und dann habe ich mich hin gesetzt und losgeschrieben. Und genau DAS funktioniert zu Hause nicht mehr. Wahrscheinlich ist die Umgebung, in der man am Laptop sitzt doch entscheidend!? Das deutsche Dezemberwetter kann ich nicht wegzaubern, aber ich werde mir jetzt mal meine FlipFlops anziehen und statt einen Tee stilles Wasser aus dem Bohrloch einschenken….

Fühlt sich schon besser an 😊

Nachdem wir Kapstadt verlassen hatten, ging es direkt nach Franschhoek in die Weinberge. Schon auf dem Weg dorthin besuchten wir die ersten 2 Weingüter und machten ein Wine Tasting. In Südafrika muss man meistens für die Weinproben bezahlen, aber alle Weingüter haben Verständnis, wenn man sich eine Weinprobe zu zweit teilt – schließlich muss einer fahren. Eine besondere Möglichkeit mehrere Weingüter an einem Tag zu besuchen und sich nicht selbst hinters Steuer setzen zu müssen, ist die Wine Tram in Franschhoek. Daher suchten wir uns einen schönen Schlafplatz in der Stadt und besorgten uns für Samstag 2 Tickets. Es gibt unterschiedliche Linien und samstags werden alle bedient sodass viele Leute unterwegs sind und Partystimmung herrscht. Die Touren setzen sich aus einer Busfahrt und einer Fahrt mit ca. 3 Haltestellen in der eigentlichen Tram zusammen. Der Ablauf ist wie bei den „Hop on Hop off“ Bussen und man kann sich auf den einzelnen Weingütern solange aufhalten wie man möchte. Besonders hervorzuheben ist die letzte Weinprobe auf Leopards Leap: statt der bestellten 5 Probier-Weine standen am Ende ca. 10 Gläser vor uns inklusive Sekt nach Champagner Art. Das Resultat war ein kleines Weinlager in unserem Auto und die Gewissheit 1. Für jeden Tag der restlichen Reise eine Flasche Wein zu haben und 2. Nie wieder schlechten Wein!! 😊

     

Bevor es weiter zur Garden Route ging, erkundeten wir auch noch die Gegend um Stellenbosch mit dem Weingut J.C. Le Roux das auf Sekt spezialisiert ist. Deren „Champagner“ Pongracz hatten wir immer gerne zu besonderen Anlässen in unserem Kühlschrank, aber die Weingüter im kapholländischen Stil haben uns, ehrlich gesagt, besser gefallen als das Moderne.

Auch in den letzten Tagen war das Wetter eher durchwachsen, aber nun war Sonne angesagt und so ging es auf dem kürzesten Weg zum Glentana Strand in die Nähe von Mossel Bay. Leider war der Campingplatz „nur“ in der zweiten Reihe ohne Meerblick und so zogen wir nach 2 Nächten noch mal 40 km weiter nach Victoria Bay bei George. Hier konnten wir die Wellenreiter direkt vom Stellplatz aus beobachten und es war auch mal was los in der Bucht.

Mittlerweile hatten wir die letzte Woche zu fassen bevor es nach Port Elizabeth ging und  wir versuchten die sonnigen Tage am Stand zu planen und dazwischen noch mal Einsamkeit zu finden. Entsprechend ZickZack ging es weiter. Zuerst über die Seven Pass Road parallel der Küstenstraße und dann ins Hinterland nach Oudtshoorn zu den Straußenfarmen. Von da weiter in die Baviaanskloof Mountains, eine traumhafte Piste durch die Berge und ein Campingplatz im Nichts und ohne weitere Gäste 😊

Nach einem Tag Strand in Jeffreys Bay fuhren wir noch mal wieder ins Landesinnere. In IOverlander hatten wir ein privates Game Reserve mit den Big Five und wilden Campingplätzen gefunden. Leider reagierte keiner auf unsere Anfrage und so fuhren wir einfach mal hin. Nachdem wir immer nur Mitarbeiter beim Zaun bauen angetroffen hatten und es keine wirkliche Rezeption gab, hatten wir die Hoffnung gerade aufgegeben als ein Pick Up mit den Managern um die Ecke kam. Zu dem eigentlichen Campingbereich kam man derzeit nicht, da der Fluss zu viel Wasser führe, aber sie hätten ein anderes Plätzchen für uns. Und so verbrachten wir die Nacht noch einmal wirklich wild inmitten des Reservates und sahen etliche unterschiedliche Antilopenarten, Zebras und Büffel. Um einen ihrer 9 Elefanten zu begegnen braucht man allerdings schon sehr viel Glück, dafür waren 3 Löwen gerade in der Nähe des Zaunes eines anderen Bereiches und ließen sich durch uns nicht stören.

Jeffreys Bay hat uns sehr gut gefallen und daher haben wir dort dann auch noch den letzten Strandtag verbracht. Es ist ein sehr sauberer Ort mit Campingplatz direkt am Strand (nur der typische Stacheldrahtzaun stört etwas ☹), vielen Restaurants und Läden zum shoppen. Von dort ging es dann auch zu unserer letzten Unterkunft, einem netten kleinen Hotel im Ortsteil Summerstrand von Port Elizabeth. Das Hotel verströmte englischen Charme und hatte einen eigenen Parkplatz, den wir in kürzester Zeit in Beschlag nahmen. Da Container derzeit durch Corona und der Verstopfung im Suezkanal Anfang 2021 rar sind und die Preise entsprechend hoch, haben wir uns doch wieder für RoRo entschieden damit Sandfloh nach Hause kommt. Also standen wir vor der Aufgabe unsere „Wohnung“ in der wir 14 Monate gelebt hatten zu sortieren, zu verpacken und das Dachzelt wieder ins Auto zu befördern. Aber pünktlich vor dem ersten Regenschauer waren wir fertig und konnten uns den organisatorischen Dingen der Rückreise widmen und uns die Stadt ansehen. Port Elizabeth hat in Summerstand einen schönen Strand, eine Promenade und viele Restaurant, aber ist sonst eher eine trostlose sowie dreckige Stadt. Wir wurden überall gewarnt und füllten uns auch nicht so sicher wie in Kapstadt und so fiel der Stadtrundgang auch eher kurz aus.

   

Unser Letzter Coronatest fand diesmal als Drive In statt und es gab eine extra Warteschlange 3 Straßen vom eigentlichen Testgelände entfernt, wo wir uns im Auto anstellten. Es war sehr viel los und wir fragten uns die ganze Zeit ob wir als Reisende hier überhaupt richtig sind, da die meisten eine Überweisung ihres Arztes dabei hatten und wir ja bezahlen müssen. Aber es war alles gut organisiert und am Ende kam jemand mit einem Kartenlesegerät und siehe da, der Preis für den PCR Test hatte sich im letzten Jahr sogar halbiert. Natürlich gab es mit dem Resultat wieder Probleme, mal waren meine Daten in der Anwendung gelöscht dann wieder Heikos und unsere Namen waren nicht korrekt etc. Also gab es am nächsten Tag einen weiteren Besuch im Testzentrum und wir ließen alles korrigieren, schließlich ging es diesmal nicht über eine afrikanische Grenze sondern zurück ins genaue Europa und das auch noch aus einem Virusvariantengebiet. Wie befürchtet hatte sich daran nichts geändert und Turkish Airlines hatte zwischendurch auch unseren Flug storniert. Das war für uns allerdings gut und wir konnten den Rückflug einen Tag vorziehen und sind damit Sylvester wieder freie Menschen und dürfen unsere Quarantäne verlassen anstatt alle Feiertage alleine zu verbringen. Aber an was man alles denken muss: lässt uns Lufthansa in Frankfurt überhaupt noch mal in den Flieger nach Hamburg, wenn wir erstmals deutschen Boden betreten haben? Wir sind auf Nummer sicher gegangen und über Zürich geflogen. Für beide Länder mussten wir online Einreiseanmeldungen ausfüllen, die beim einchecken auch genauestens geprüft wurden.

Super gut hat die Zusammenarbeit mit unserem Agenten für die Verschiffung von unserem Toyo geklappt. Am Dienstag waren wir kurz da und haben uns mit dem Zoll getroffen und am Mittwoch auf dem Weg zum Flughafen haben wir unseren Sandfloh dann endgültig abgegeben und das schon ausgestempelte Carnet de Passage (Zolldokument) erhalten. So konnten wir den teuren Versand vermeiden und es selbst mit nach Hause nehmen. Nun hoffen wir, dass er am Montag aufs Schiff kommt und wir ihn dann Mitte Januar in Bremerhaven abholen können.

Die Rückreise verlief problemlos und in Hamburg hat sich dann schon keiner mehr darum gekümmert, wo wir her kommen. Allerdings wurden wir per SMS aufgefordert die Quarantänerichtlinien zu beachten und erhielten auch noch alle Instruktionen per e-mail. Trotzdem erwartete uns zu Hause ein toller Empfang mit Girlande, Luftballons und Weihnachtsdeko. Unser Kühlschrank und die Tiefkühltruhe waren gefüllt, per WhatsAPP Video durften wir uns unseren Tannenbaum aussuchen und die letzten 2 Tage fanden wir immer wieder kleine Willkommensgrüße in der Post oder vor der Tür. VIELEN DANK !!!

Nur mit der Annahme, dass der PCR-Test in Südafrika erstmals unser letzter war lagen wir falsch. Am Tag nach unserer Ankunft hat uns das Gesundheitsamt schon einen netten Mann der Johanniter für einen weiteren PCR-Test vorbei geschickt.

Wie oben erwähnt ist dies unser letzter Reisebericht, aber wir wurden immer wieder gefragt, welches Land hat Euch am besten gefallen? Und auch die ein oder andere Statistik / Kosten sind sicherlich interessant und daher wird in den nächsten Tagen noch ein weiterer Bericht folgen und natürlich darf auch der Abschluss nicht fehlen, wenn unser Sandfloh wieder zu Hause ist. Also noch schließen wir unseren Blog nicht und hoffen, dass Ihr noch ein wenig durchhaltet uns zu verfolgen 😊

Bis dahin wünschen wir allen Frohe Weihnachten.

 

2 Kommentare

  1. Liebe Svenja, lieber Heiko,
    wie schön, dass ihr wohlbehalten wieder angekommen seid!
    Danke für Euren spannenden, ausführlichen und beeindruckend bebilderten Bericht, mit dem Ihr uns an Eurem einzigartigen Abenteuer habt teilhaben lassen.
    Frohe Weihnachten und einen guten Neustart daheim!
    Liebe Grüße
    Kay

  2. Ihr Lieben,
    schön dass ihr gesund und munter wieder zurück seid! An dieser Stelle herzlichen Dank dass wir ein Stück weit mitreisen durften dank eurer sehr schönen Berichte! Wir haben sie aufmerksam verfolgt und haben uns mit euch gefreut und gefiebert.
    Wir freuen uns auch darauf euch bald wieder zu sehen und über den Blog hinaus mehr zu erfahren was euch während der Reise bewegt hat.
    Wir selber sind derzeit nach Sizilien “geflohen”, gebucht hatten wir einen Flug, haben uns dann aber kurzfristig doch für unseren OYO entschieden. Unser Schneckenhäuschen ist uns in diesen Zeiten lieber!
    Kommt gut wieder an. Das sagt sich leicht ist aber sicher eine Aufgabe!
    Liebe Grüße
    Harald & Karin

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