30.Dezember 2021 Deutschland – Rückblick auf unsere Reise, nützliche und überflüssige Dinge sowie einige Zahlen

30.Dezember 2021 Deutschland – Rückblick auf unsere Reise, nützliche und überflüssige Dinge sowie einige Zahlen

Heute vor 14 Tagen sind wir zu Hause angekommen und bis einschließlich heute noch in Quarantäne, trotz mittlerweile 3 negativer PCR-Tests ☹.  Es ist erschreckend wie schnell man in den Mühlen der deutschen Bürokratie zurück ist. Wir hatten vor unserer Abreise alles mit dem Arbeitsamt durchgespielt, um sofort nach der Rückkehr Geld zu erhalten, aber seit September ist wieder eine persönliche Meldung in der Agentur für Arbeit notwendig und Quarantäne nicht vorgesehen, das heist derzeit kein Geld, aber auch keine Krankenversicherung. Unseren Boostertermin mussten wir natürlich auch absagen, aber einige Nachbarländer (unter anderem Österreich) erkennt eine alleinige Impfung mit Johnson & Johnson (ab 03.01.) nicht mehr an und wir verlieren daher unseren Impfstatus…. Es ist erstaunlich wie einfach es uns unser Heimatland macht, dass wir gerne sofort wieder in den Flieger in das „ach so chaotische und gefährliche“ Afrika steigen möchten. 😉

Dafür hatten wir ausgiebig Zeit, die Reise noch mal Revue passieren zu lassen und nicht zuletzt durch Corona hatten wir eine traumhafte Zeit im südlichen Afrika. Wir konnten die meisten Länder ohne Einschränkungen bereisen und uns Zeit lassen, da eine Durchquerung des Kontinents derzeit fast unmöglich ist und früh klar wurde, dass unser Sandfloh auch den Rückweg wieder auf einem Schiff und wir im Flieger zurücklegen werden. Einige Länder standen gar nicht auf „unserer Liste“ wie z.B. Mozambik, Uganda oder Zimbabwe und gerade diese Länder haben uns sehr gut gefallen. Namibia und Südafrika sind tolle Länder zum eingewöhnen, aber auch sehr europäisch und so wurden wir nach 2,5 Monaten auch sehr unruhig als in Südafrika die Strände gesperrt, der Alkohol verboten wurde und ggf. neue Grenzschließungen bevorstanden. Botswana hatte zu diesem Zeitpunkt starke Regenfälle und so zog es uns weiter nach Osten. War Mozambik vor unserer Abreise sehr präsent in den Medien durch die Unruhen im Norden, war es trotzdem möglich einen ganz kleinen Grenzübergang im Nordwesten nach Tansania zu nutzen, den selbst einige Einheimische nicht kannten und die Strände im Süden sind einfach traumhaft.

Tansania gehört nicht zu unseren Lieblingsländern der Reise, da wir uns als Touristen wie ein Geldautomat fühlten. Sehr teure Nationalparks (für ausländische Kennzeichen), viele Polizeikontrollen mit ausgedachten Vergehen und jeder noch so kleine Wasserfall kostet 10 USD, dafür waren die Kühlregale im Supermarkt leer (keine Salami, Fleisch oder Käse). Wir haben aber auch das arabische Flair auf Sansibar genossen, hier spielten Masken / Corona einige Wochen lang keine Rolle und wir haben gelernt, dass Reisende (Traveler) ein eigener Stamm ist oder was soll man sonst in die Zeile „Tribe“ beim einchecken eintragen?

Danach haben wir uns länger als gedacht in Kenia aufgehalten und es war toll, einige Tage direkt auf dem Strand am Tiwi Beach zu stehen und im Norden auch mal wieder wild übernachten zu können. Wir besuchten etliche Nationalparks und freuten uns in Nairobi über Decathlon, volle Kühlregale und frischgezapftes deutsches Bier.

In Uganda nutzten wir die damaligen Corona Ermäßigungen und besuchten die Berggorillas. Sicherlich ein einmaliges Erlebnis, aber wir waren auch überrascht über das Desinteresse der Tiere dem Menschen gegenüber.

Mit vielen wilden Schlafplätzen (inklusive Elefantenbesuch) und sehr freundlichen Einheimischen hat uns Sambia überrascht, gemischt mit Nationalparks zu erschwinglichen Preisen.

Das wir nach Zimbabwe einreisen durften war reinstes Glück und ohne den positiven Bericht einer spanischen Familie, die wir in Sambia getroffen hatten, hätten wir es auch weiterhin nicht in Erwägung gezogen. Zimbabwe war uns vor allem durch Berichte bekannt, dass es kein Diesel und Wasser gibt, die Währung nichts Wert und eine Reise im Land daher anstrengend ist. Aber derzeit bekommt man eigentlich alles, man muss nur erst einmal den Geldmarkt verstehen 😉 Und so haben wir eine Goldmine besichtigt und waren von der abwechslungsreichen Landschaft begeistert. Nur auf die Begegnung mit den aggressiven Elefanten im Gonarezhou-Nationalpark hätten wir verzichten können…

In Botswana mussten wir uns dann erst mal wieder an Touristen gewöhnen. Bisher waren es überwiegend Overlander wie wir, die unterwegs waren. Wir waren nicht mehr alleine auf den Campingplätzen, mussten die Nationalparks vorbuchen und wir möchten das Land lieber nicht in einem normalen Jahr in der Hochsaison erleben. Aber derzeit findet man in Botswana auch noch tolle einsame Ecken, schöne Schlafplätze und wer Elefanten liebt, wird begeistert sein.

Südafrika brachte uns dann endgültig zurück in die Zivilisation und wir genossen noch mal den indischen Ozean, wilde Tiere, Weingüter und gutes Essen.

In den ersten Monaten der Reise hatten wir kaum andere Reisende getroffen und man kam sofort ins Gespräch wenn uns doch mal jemand über den Weg gelaufen ist. Mit vielen sind wir jetzt noch in Kontakt und haben uns teilweise mehrmals getroffen und nette Abende zusammen verbracht. Wir glauben, dass es schon sehr besonders war zu dieser Zeit unterwegs sein zu dürfen und man die Zeit irgendwie intensiver erlebt hat. Gerade nachdem wir gerade noch mal jedes Land kurz erwähnt haben, fällt es extrem schwer ein Lieblingsland zu nennen, da irgendwie alle Länder ihren Reiz haben.

Als wir Sandfloh für die Verschiffung vorbereitet haben, hatten wir eigentlich alle Dinge, die wir dabei hatten nochmals in der Hand. Natürlich haben wir nicht alles genutzt wie z.B. (zum Glück) die Ersatzteile Kiste unterm Auto, Reifenflickzeug oder Medikamente. Aber es gab auch noch nagelneue Flip Flops und T-Shirts / Blusen, die ungetragen waren und das unnütze Teil bleibt weiterhin die Solardusche. Beim Packen zu Hause ist es schwer es sich vorzustellen, es könnte ja doch mal sein, dass man nett Essen geht, aber ein gutes T-Shirt reicht meistens und wenn die Lieblings Flip Flops kaputt gehen, dann kauft man sich vor Ort neue. Flip Flops von Crocs halten übrigens über ein Jahr, auch wenn man am Ende jedes Sandkorn merkt 😉. Bei den T-Shirts ist es ähnlich, es werden welche kaputt gehen, da sie bei der Handwäsche, Sonne und vom Gurt leiden, aber es macht auch Spaß vor Ort neue Dinge zu kaufen, auch wenn oder gerade dort wo es teilweise schwierig ist und man mit den Einheimischen zusammen in neuwertiger Marken Second Hand Kleidung aus Europa wühlt 😊

Bei den Medikamenten war es ähnlich, 2 unterschiedliche Antibiotika, Pillen gegen Würmer, Malariamittel, Paracetamol, Aspirin,…. Was man aber nicht beachtet ist, dass man eigentlich alles frei verkäuflich in den Apotheken bekommt und man die richtigen Antibiotika eh nicht dabei hat, die Malariamittel vor Ort besser wirken und man sich bei starken Durchfall sowieso untersuchen lässt, um zu wissen ob es Bakterien oder Parasiten sind. Die „Gesundheitszentren“ in den Städten haben häufig ein eigenes Labor und man erhält seine Laborergebnisse und Medikamente meistens innerhalb von 30 Minuten. Da kann  Deutschland noch von lernen. Natürlich sieht es auf den Dörfern oft anders aus und man sollte eine gute Reiseapotheke dabei haben, aber es muss ja nicht gleich eine ganze Packung Paracetamol sein und wir werden nächstes mal definitiv mit weniger Sachen los fahren. Malaria Schnelltests haben wir uns gleich nach der Ankunft in Namibia besorgt und ein Malariamittel in Mosambik.

Zum kochen haben wir 2 einfache Kartuschen Kocher genutzt für unterschiedliche Kartuschenarten (Schraub- und Stech- Kartuschen). Die Kartuschen nehmen nicht viel Platz weg, halten erstaunlich lange und nur in Ostafrika war es schwieriger neue zu bekommen. Für unseren Kaffee / Tee waren zusätzlich ein Kettle und ein faltbarer Wasserkocher an Bord. Der faltbare Wasserkocher war das Abschiedsgeschenk meiner Firma und einfach genial, da man doch häufiger als gedacht eine Steckdose findet und er wenig Platz benötigt. Wir sind mit 3 Wasserkanistern los gefahren und mindestens einer bleibt nächstes mal ebenfalls zu Hause. Es war einfacher die 5L Wasserkanister aus dem Supermarkt zu nutzen und diese immer wieder neu zu füllen. Da sich bei der Hitze doch mal Algen in den Kanistern bilden, kann man die „billigen“ wenigstens ab zu mal wechseln.

Unterwegs wurde unsere „Küche“ noch um eine Orangenpresse und Käsereibe ergänzt, aber was wir wirklich das ganze Jahr über vermisst haben, war eine richtige Waschmaschine. Ab und zu gab es natürlich mal eine, die man nutzen konnte, aber irgendwie waren sie alle ziemlich schnell fertig und die Wäsche hinterher nicht sauber!? Irgendwann fanden wir dann heraus, dass sie alle ausschließlich nur mit kaltem Wasser arbeiteten (selbst in den Reinigungen). Also wunderten wir uns nicht weiter und wuschen fortan nur noch mit der Hand ☹

Und jetzt für die Statistiker noch einige Zahlen: 😊 Wir waren insgesamt 434 Tage unterwegs und haben davon 49 Nächte irgendwo kostenlos gestanden. Im Durchschnitt haben wir 17,25 € pro Nacht bezahlt. Mosambik war bei den Übernachtungen am günstigen und Tansania/Botswana am teuersten (wobei in Tansania einige Hotels dabei waren).

Wir sind insgesamt 59.059 Km gefahren und haben 7.245 Liter Diesel getankt. Auch beim Dieselpreis war Mosambik zusammen mit Sambia am günstigsten. Ersatzteile und Pflege unseres Sandflohs hat 2.138 € gekostet, aber hier ist auch der Tausch aller 4 Blattfederpakete mit berücksichtigt.

Wir wurden vor der Reise häufig nach dem Budget gefragt und lagen mit unserer Schätzung gar nicht mal so schlecht. Jeder Monat in Afrika hat uns im Durchschnitt 2.800 € gekostet plus 7.350 € für Flüge und Autoverschiffung (hin und zurück). Das geht sicherlich auch günstiger wenn man z.B. nicht alle Nationalparks besucht, weniger fährt und es sich nicht so gut gehen lässt 😉. Davon haben wie für Nationalparks insgesamt 2.265 € ausgegeben ohne das Gorilla Tracking. Dank Corona haben wir 926 € für PCR und Schnelltests ausgeben dürfen ☹, Visas schlugen mit 573 € zu Buche und 486 € hat uns die Einfuhr, Versicherungen ect. Für unseren Toyo gekostet.

Unsere gesammelten SIN Karten

Und zum Schluss noch eine letzte Zahl, die uns noch einige Zeit kosten wird, wir haben über 31.000 Fotos geschossen 😊 In diesem Sinne wünschen wir allen einen Guten Rutsch und alles Gute für 2022, vor allem natürlich Gesundheit.

Ein Kommentar

  1. Hallo ihr beiden, insbesondere Svenja unbekannterweise,

    ich, Heiko denke mal an deine alte Zeit zurück, FI Thin Clients :-), habe eure Reise mit viel Vergnügen, Bewunderung und Sehnsucht begleitet.
    Lasst diese Seite bitte lange Online. Es ist immer wieder schön auch in den etwas älteren Beiträgen zu stöbern und die Bilder zu betrachten.
    An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank, dass man durch diesen Block nicht nur an der Reise teilnehmen, sondern sie auch miterleben durfte.

    vg
    Horst

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