04. März 2021 – Tansania: Zanzibar und Mafia Island

Schon die Fährüberfahrt nach Zanzibar war abenteuerlich. Es gab leider nur wenige Außenplätze und so wurden auch schnell die Flächen zwischen den Sitzreihen genutzt und es war kaum noch ein durchkommen. Ob nach Tunesien, Marokko, Litauen, Föhr oder Helgoland, wir haben schon etliche Fährfahrten unternommen, aber noch bei keiner wurde gleich zu Beginn solch eine hohe Anzahl an „Spucktüten“  verteilt wie auf dieser Schnellfähre. Umso dankbarer waren wir, dass keiner in unserer Umgebung einen Gebrauch davon machen musste 😊


Zanzibar, die Insel der Gewürze, aber auch bekannt für Sklavenhandel ist, muslemisch geprägt und in der Altstadt kann man sich ähnlich wie in den Souks von Marokko schnell in den kleinen Gassen verlieren. Am Rand der Altstadt lag auch unser Hotel, das Dhow Palace, welches in einem alten Pascha Palast untergebracht war und uns unmittelbar in die alten Zeiten mit seinem ganzen Prunk versetzte. Das Haus der Wunder, mit dem ersten Fahrstuhl in Ostafrika ist leider letztes Jahr teilweise eingestürzt und wird nun gerade ganz abgerissen, um danach wieder aufgebaut zu werden. Die tollen sansibarischen Holztüren kann man dagegen auch in unscheinbaren Gassen der Altstadt (Stonetown) an vielen Privathäusern entdecken. Auf die überall angepriesene Live Musik mussten wir leider verzichten, da am Vortag der Vizepräsident von Zanzibar in Dar es Salam verstorben war und nun eine 7 Tägige Staatstrauer begann. Der Vize war auf der Insel sehr beliebt und überall sah man an unserem ersten Tag die Bewohner auf Ihren Handys die Überführung des Leichnams verfolgen und es lag eine traurige Stimmung über Stonetown.

 

Bei einem Ausflug zu einer der Gewürzfarmen im Inselinneren lernten wir die Sträucher und Bäume kennen, an denen die Gewürze wuchsen, die es dann später abgepackt in handlichen kleinen Tütchen bei uns im Supermarkt zu kaufen gibt. Bunter Pfeffer z.B. enthält ein und dasselbe Pfefferkorn, nur hinterher unterschiedlich getrocknet und bearbeitet. Hier wird einem auch schnell klar, dass die Ernte fast ausschließlich per Hand erfolgen muss, wenn man sieht, wie z.B. Nelken, Vanillestangen, Muskatnuß oder Pfefferkörner wachsen.

 

Bevor es noch zur absoluten Erholung an den Fumba Beach ging, durfte der Besuch einer alten Palastruine nicht fehlen. Im Mtoni Palace ist einst Prinzessin Salama bint Said aufgewachsen, bevor sie mit einem deutschen Kaufmann in seine Heimat ging und Emily Ruete wurde. Diese Orte in Zanzibar fand ich besonders Interessant, war ich in meinen Romanen doch schon in den Gängen des Palastes unterwegs gewesen oder habe schon die Hafeneinfahrt in Stonetown vor über 100 Jahren erlebt 😊 Da Heiko dieses klitzekleine Detail fehlte, durfte ich mir allerdings nur eine Ruine aussuchen, aber die Altstadt mit seinen alten Bauten reichten auch schon aus 😉.

Nach 2 Tagen Strand ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Mafia Island. Es gibt zwischen diesen beiden Inseln keinen Direktflug und so ging es erst 25 Minuten lang zurück nach Dar es Salam mit ganzen 3 Passagieren an Bord und dann mit voller Maschine (16 Plätze) weitere 35 Minuten nach Mafia Island. Bei beiden Flügen saßen wir in der ersten Reihe und damit quasi dem Piloten auf dem Schoss 😊. Es war schon toll, wenn man über dessen Schulter direkt durch die Windschutzscheibe den Start und die Landung verfolgen kann.

Unser Aufenthalt auf Mafia Island stand unter keinen guten Stern. Lange hatten wir überlegt, ob wir uns diesen Ausflug gönnen sollten. Mafia Island ist bekannt für die Möglichkeit mit Walhaien zu schnorcheln, aber die Hälfte der Insel ist auch Marine Park und pro Nacht oder Tag fallen ca. 25 USD Eintritt pro Person an. Nachdem die Flüge gebucht waren, entschieden wir uns für eine Lodge außerhalb des Marine Parks direkt am Strand auf der Westseite (hier legen auch die Boote zu den Walhaien ab), nur um kurz danach eine e-mail zu erhalten, das wir nur ein Iglu Zelt gebucht hätten!? Nach 48 Stunden und Einschaltung der Buchungsplattform hatten wir dann unsere Bestätigung für ein Zimmer 😊. Die anderen Gäste der Lodge haben übrigens auch nicht mehr bezahlt wie wir und mussten nicht erst das Zelt wegdiskutieren. Dann nahmen wir Kontakt mit den Anbietern der Bootstouren auf und erfuhren, dass die Walhaie seit einigen Tagen nicht mehr gesehen wurden und dieses Jahr wohl früher die Gegend verlassen hätten. Also unternahmen wir erst mal eine normale Schnorcheltour im Marine Park und besuchten die Blaue Lagune. Mittlerweile hatten wir erfahren, dass einige Walaie das ganze Jahr in der Gegend blieben und so versuchten wir bzw. Heiko doch noch mal sein Glück. Die Crew hat alles gegeben, aber es gab leider nur einige Delphine zusehen ☹

Ich lag in der Zwischenzeit schon mit Malaria im Bett und wir hofften, dass das Thermometer, mit denen im Flughafen in Dar die Temperatur gemessen wird, wirklich so falsch geht (auf dem Hinweg hatten wir beide gerade mal 35 Grad). Aber zum Glück hatte der Mitarbeiter schon Feierabend als wir kurz nach 18:00 Uhr ankamen und meine 39,7 Grad blieben unbemerkt. Kaum im Gästehaus der Benediktiner angekommen, wo wir eigentlich nur eine Nacht verbringen wollten, ging bei Heiko der Schüttelfrost los. Da hatten wir uns doch tatsächlich die Mücke geteilt und jetzt beide Malaria, eigentlich ein Worst Szenario. Aber im Gästehaus waren wir gut untergebracht und rundum versorgt. In einer Privatklinik haben wir unsere Diagnose per Bluttest noch abklären lassen und wir bekamen die Bestätigung, dass unsere Medikamente aus Mosambik schon angeschlagen hatten. Heiko durfte noch kurz an den Tropf, da 39,9 Grad Fieber doch etwas hoch waren, aber nach 3 Tagen war das gröbste überstanden und wir zogen in ein nettes Strandhotel um und erholten uns noch einige Tage. Nun wissen wir wenigstens, dass man Malaria definitiv erkennt: Es haut einen wirklich binnen Minuten von den Füßen. Ca. 3 Tage hohes Fieber mit Schüttelfrost oder Gänsehaut und Gliederschmerzen, dann schwitzt man gefühlt 3-5 Liter Wasser aus und dann ist der Spuk schon fast vorbei. Noch einige Tage Ruhe und es kann weiter gehen 😊

2 Kommentare

  1. Hallo aus Hamburg ,
    Herzlichen Glückwunsch zur überstandenen Malaria. Mein Vater hatte sein ganzes Leben leichte Nachwirkungen nach überstandener Malaria. Aber das war in den 30er Jahren. Hier ist auch ordentlich was los !!! Haben gestern eine Kreuzfahrt nach Finkenwerder gemacht ! (hatte Spucktüte dabei 😉 . Euch weiterhin alles Gute .
    Eure etwas neidischen Oktavianer. Elsebeth und Ronald

  2. Hallo ihr Helden,

    da sind wir sehr froh, dass ihr die Malaria soweit überstanden habt. Und die Bilder sind wieder ein Traum. Hier in Deutschland verpasst ihr rein überhaupt nichts. Also alles richtig gemacht!

    Schreibt weiter so interessant und teilt eure Fotos.

    Mit großem Fernweh grüßen Johanna und Frank

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