16. Dezember 2020 – Wir sind seit einer Woche in Südafrika

11.738 Km in Namibia liegen hinter uns (die detaillierte Route und einige Details findet Ihr jetzt unter „Route aktuell“) und Frank fragte uns nach unserem letzten Eintrag, wie es sich anfühlt.  Ob es noch wie ein extented Urlaub oder ein anderes Feeling ist?

Da haben wir natürlich sofort drüber nachgedacht und beide spontan gesagt, es ist definitiv kein Urlaubsgefühl mehr 😊 wir reisen mittlerweile viel ruhiger (heute sind wir ganze 40 Km gefahren) und planen nur noch die nächsten 2-4 Tage. Klar eine grobe Richtung / Route nehmen wir uns vor, aber man reagiert jetzt viel spontaner auf Tipps anderer Reisende und wir machen weniger Fotos.  Was uns sehr überrascht, wir denken kaum noch an die Firma. (obwohl uns die HANSAINVEST Thermosflasche täglich unser Wasser kalt hält oder über Tage hinweg die Eiswürfel für den Sundowner 😉)  Auch der Gedanke dass zu Hause keine Sicherheit in punkto Arbeitsplatz wartet macht uns keine Angst. Wie Urlaub fühlen sich leider noch die Länder an. Gerade jetzt in Südafrika, wo wir mit wild campen sehr vorsichtig sind und die Campingplätze sich durch die Sommerferien füllen. Und leider müssen wir uns über die digitalen Medien auf den Laufenden halten, was wir ohne Corona wohl in diesem Umfang nicht machen würden.

Da wären wir auch schon bei unserem benötigten Corona Test für die Einreise. Wir hatten uns für Windhoek entschieden, da hier der Transportweg der Probe entfällt und wir gleich ins Labor fahren konnten. Nachdem wir mit unseren „Wartungsarbeiten“ an Sandfloh schneller fertig waren als gedacht (der neue Kühler ist jetzt eingebaut und der alte für Notfälle in Windhoek zwischen gelagert), fuhren wir noch am selben Tag zu Path Care. Die ca. 1,5 Stunden in der Warteschlange fühlten sich schon komisch an: kein Mindestabstand und direkt vor uns eine deutschsprechende, die den Test aufgrund von einem Kontakt zu einem Coronapatienten machen musste und sich munter mit uns unterhielt!? Aber als wir dran waren, hatten wir sogar das Glück, uns aussuchen zu dürfen ob Mund oder Nase. Über was man sich so alles freuen kann 😉

Nun mussten wir warten.

Angesagt waren bis zu 48 Stunden und innerhalb von 72 Stunden mussten wir zur Grenze (ca. 820 Km). Mit dem ausgedruckten und unterschriebenen Test Ergebnis.  Für alle nach uns Reisenden, an der Grenze klebt ein Zettel, dass die 72 Stunden erst nach Bereitstellung des Ergebnises laufen und andere Reisende haben auch keinen Stempel oder Unterschrift auf dem Ergebnis gehabt. Aber wir hatten Glück, am nächsten Morgen hatte Heiko schon sein Ergebnis und konnte los fahren. Nur meines fehlte noch ☹ Nachdem wir noch ein wenig auf dem Campingplatz geklönt und gewartet hatten, fuhren wir einfach mal zu Path Care und gaben beide Pässe ab. Und erhielten auch beide Ergebnisse (auf meine Infomail warte ich immer noch). Also einkaufen und los!

Am nächsten Nachmittag waren wir an der Grenze und obwohl es 2 Tage vorher schwere Unwetter gab und es zu Strom- und PC ausfällen kam, lief es bei uns schnell und unkompliziert ab. Der südafrikanische Grenzer war von seinem Land so begeistert und als er hörte, wir würden jetzt einige Wochen hier verbringen, vergaß es sogar unsere Lebensmittel und Alkohol zu kontrollieren. Dabei hatten wir alles brav vorher aufgegessen und bis zur Einfuhrgrenze ausgetrunken.

Nach einem Organisationstag in Upington (Einkaufen, SIM Karte besorgen, ect.), ging es in den Kgalagadi Transfontier Park. Normalerweise sind die Camps im Park ein Jahr vorher ausgebucht und es gibt „Tauschbörsen“ für die Übernachtungen in den Foren, aber wir hatten Glück und konnten auf allen 3 südafrikanischen Camps übernachten. Obwohl Botswana die Grenzen seit 01.12. geöffnet hat darf man derzeit nicht innerhalb des Parkes auf die botsuanische Seite, wo es die abenteuerlichen Camps ohne Zaun gibt (der Park ist bekannt für seinen Katzenvielfalt 😉). Aber auch in dieser Hinsicht hatten wir Glück und bekamen Löwen, einen Leopard, einen Gepard mit 2 Kleinen, African Wild Cats, Cap Füchse und natürlich Schakale zu sehen.

Nach 3 Tagen ohne Internet überraschten uns die Nachricht, dass sich in Südafrika die Corona-Zahlen von einem auf den anderen Tag von 4.000 auf 8.000 verdoppelt hatten und das kurz vor den großen Ferien und Feiertagen. Der Präsident wollte abends eine Rede halten und die Maßnahmen bekannt geben. Die Farmbesitzerin, wo wir auf dem Camp waren sprach von geschlossenen Stränden und sogar von einem zweiten Lockdown. Sollte unser Ausflug nach Südafrika nur von so kurzer Dauer sein? Viele hatten uns vor Südafrikaner und seiner Kriminalität gewarnt und wir waren schon am überlegen dieses Land auszulassen. Aber wir hatten in der ersten Woche schon so tolle Erfahrungen gemacht und nur hilfsbereite Leute getroffen. Ob es der Grenzer, der Mitarbeiter bei der Telefongesellschaft war, der unsere Handys eingerichtet hat oder die Nachbarin auf dem Campingplatz die uns ein Erdbeer Daiquiri mit Eiswürfeln brachte. Natürlich sahen wir auch jetzt schon die andere Seite: Klebstoff schnüffelnde Kids in der Stadt und große Townships, wo der Müll einfach an den Rand der Hütten verteilt wird. Am nächsten Morgen die Erleichterung, wir können in diesem Land weiter Reisen. Aufgrund der starken wirtschaftlichen Einbußen des ersten Lock Downs konnte der Präsident nicht erneut alles zum Stillstand bringen. Es gibt jetzt eine Ausgangssperre von 23:00 – 04:00 Uhr, Alkohol nur noch Montag bis Donnerstag in Supermärkten und darf nicht mehr in der Öffentlichkeit getrunken werden, einige Strände werden bis Anfang Januar gesperrt, aber die Nationalparks bleiben geöffnet. Super, damit können wir leben und uns geht es immer noch besser als allen Daheimgebliebenen.

Hier wird jetzt überall Weihnachten vorbereitet und auch wir haben aufgerüstet ;-). In diesem Sinne wünschen wir allen eine restliche schöne Weihnachtszeit und trotz aller Maßnahmen besinnliche Feiertage.

 

Ein Kommentar

  1. HALLO IHR BEIDEN,
    WIE SCHÖN, DASS IHR NUN DOCH SÜDAFRIKA ENTDECKEN KÖNNT.
    WIR HABEN JA SCHON WEINBERGE AUF DEN BILDERN GESEHEN UND HOFFEN, DASS IHR AUCH NOCH DAS “GEWISSE WEINGUT” ERREICHT.
    WIR FREUEN UNS WEITERHIN ÜBER EURE SCHÖNEN BILDER UND WÜNSCHEN EUCH EINEN SCHÖNEN
    4. ADVENT SOWIE EINIGE SCHÖNE WEIHNACHTSTAGE.
    BLEIBT GESUND UND PASST AUF EUCH AUF.
    GANZ HERZLICHE GRÜSSE VON ULLA & PETER.

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